Das Kampa-Museum zeigt die private Sammlung moderner Kunst von Jan und Meda Mládek. Die Sova-Mühlen scheinen der geeignete Ort zu sein, um die Werke nonkonformistischer tschechoslowakischer Künstler wie František Kupka zu präsentieren.
Besucherinformationen des Kampa Museums
- Adresse: U Sovových Mlýnů 503/2, 118 00 Prag
- Eintrittspreise:
- Dauerausstellung: regulär 190 CZK, ermäßigt 100 CZK (alle Angaben mit Stand 2025).
- Alle Ausstellungen: regulär 350 CZK, ermäßigt 220 CZK.
- Kinder unter 6 Jahren zahlen keinen Eintritt fürs Kampa-Museum.
- Familientickets sind verfügbar.
- Homepage
- Einlass: Das Museum auf der Kampa-Insel öffnet täglich zwischen 10:00 und 18:00 Uhr.
Was gibt es zu sehen?
Die Ausstellung „Masters of world art“ im Kampa-Museum präsentiert die Privatsammlung von Jan und Meda Mládek. Sie enthält Werke von František Kupka und Otto Gutfreund. Hinzu kommen Kurzzeitausstellungen, die sich den modernen Künstlern Mitteleuropas widmen.
Anfang 2025 zu sehen sind die Ausstellungen:
- Pavel Reisenauer
- Visions of the world – The Wigham Collection
- Tomáš Rajlich
Hinweis: Noch im März 2025 schließt das Kampa-Museum temporär den Raum, in dem die Werke von Otto Gutfreund zu sehen waren. Es macht Platz für eine neue Attraktion: Die Kammerausstellung „Kolíbal 100“ widmet sich noch bis Herbst dem Jubiläum des Illustrators, Malers und Bildhauers Stanislav Kolíbal.
Die Hintergründe des Kampa-Museums
Meda Sokolová verbrachte den Großteil ihres Lebens im Ausland. In der Schweiz studierte die gebürtige Tschechoslowakin Wirtschaft. Nachdem die Kommunisten die Tschechoslowakei übernahmen, entschied sie sich, vorerst nicht in ihre Heimat zurückzukehren.
In den 1950ern widmete sie sich in Paris dem Studium der Kunstgeschichte. Sie gründete einen kleinen Verlag, der unbekannten Künstlern ein Forum gab. Während ihrer Zeit in Frankreich lernte sie František Kupka kennen. Der tschechische Maler, gilt als Vorreiter der abstrakten Kunst. Angetan von seinen Werken begann sie diese zu sammeln. Heute widmet sich ein Großteil des Kampa-Museums seinem Schaffen.
Damals begegnete Meda auch ihrem Mann Jan Mládek (dem Gründer des Internationalen Währungsfonds) mit dem sie 1961 nach Washington zog. In ihrem Haus empfinden sie hochrangige Politiker, Schriftsteller und Künstler.
Ab 1967 flogen die Mládeks regelmäßig in die Tschechoslowakei, um Werke nonkonformistischer Künstler zu kaufen, die in ihrer Heimat nicht ausstellen durften. Nach dem Tod ihres Mannes kehrt Meda zurück in ihre Heimat. Sie erwarb 1990 die Sova-Mühlen und gründete das Kampa-Museum, um ihre Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Ein Blick in die Geschichte der Sova-Mühlen
Das Kampa-Museum befindet sich seit Beginn des dritten Jahrtausends in den historischen Gebäuden der Sova-Mühlen. Wann genau die erste Mühle an dieser Stelle entstand, ist nicht überliefert. Erstmals erwähnt wurden die Sova-Mühlen im Jahr 1393. Forscher verfolgten ihre Geschichte jedoch bis weit zurück ins 10. Jahrhundert.
Während der Hussitenrevolution brannte die Mühle ab. 1478 ging das Land an den Stadtrat Václav Sova z Liboslavi, der hier sein Haus und eine neue Mühle baute. Seither sind die Gebäude als Sova-Mühlen bekannt. Mit der Zeit unterlagen diese zahlreichen baulichen Veränderungen. Ein weiterer Brand im 16. Jahrhundert erforderte einen Neubau.
1589 entstand eine steinerne Mühle im Renaissancestil. Im Dreißigjährigen Krieg stationierten die schwedischen Truppen hier ihre Artillerie. 1858 fielen die Sova-Mühlen in die Hände von František Odkolek. Er stellte den Betrieb auf Dampfkraft um, erweitere das Gebäudeensemble durch ein zweistöckiges Haus und eröffnete eine Bäckerei. Eine romantische Fassade verlieh den Mühlen einen ansprechenden Charakter.
Sechs Jahre später kaufte Odkolek das Liechtensteiner Schloss, das über den Garten Odkolek mit dem Mühlenkomplex verbunden war. Doch um 1896 brannten die Mühlen erneut. 1920 erwarb die Stadt die Sova-Mühlen und setzte sie instand.
Nach dem Zweiten Weltkrieg beherbergten die Gebäude die tschechoslowakische Akademie der Wissenschaften, ein Literaturinstitut und die Abteilung der tschechischen Theaterwissenschaften. Es entstanden Kunsthandwerkstätten, in denen die Stadt Workshops veranstaltete.
1990 kaufte Meda die Sova-Mühle, um sie als Galerie für moderne Kunst zu nutzen. Die Restaurierungsarbeiten begannen im Jahr 2000. Die neogotische Fassade blieb größtenteils erhalten. Moderne Glasstrukturen und der helle Anstrich verliehen dem Gebäude seinen zeitgenössischen Charakter.
Tipp: Bei deinem Ausflug ins Kampa-Museum solltest du eine Turmbesteigung nicht missen. Für 30 CZK (Stand Märze 2025) genießt du den herrlichen Ausblick auf die Prager Burg, das Nationalmuseum und die Karlsbrücke.
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