Schaurige Museen, imposante Burgen, beschauliche Bauernmärkte – Prag fasziniert Urlauber mit seinem Facettenreichtum. Zu den Höhepunkten, die Pragbesucher im Zentrum erwarten, gehört das Clementinum. Obwohl es sich in der Altstadt befindet, steht es in Sachen Bekanntheit meist hinter anderen Touristenmagneten der Metropole zurück.
Das Clementinum in Kürze
Wer die Karlsbrücke besucht, kommt am Clementinum kaum vorbei. Schließlich erhebt sich der imposante Barockbau am „Altstadtende“ der berühmten Karlův most.
- Wo: Das Clementinum befindet sich in Prags Altstadt. Rund drei Gehminuten trennen es von der Karlsbrücke. Das Altstädter Rathaus liegt knapp sechs Minuten zu Fuß entfernt.
- Was: Nach der Prager Burg ist das Clementinum der größte Gebäudekomplex der tschechischen Hauptstadt. Er beherbergt eine der schönsten Bibliotheken der Welt.
- Wann: Die Geschichte des Clementinums reicht bis weit ins 13. Jahrhundert zurück. Damals war es ein Dominikanerkloster namens Sankt Clemens. Im 16. Jahrhunderten siedelten sich Jesuiten-Mönche darin an und gründeten 1556 das Clementinum.
Tipps für einen Besuch im Clementinum
Im Prager Clementinum gingen einst Künstler und Forscher ein und aus. Mozart gab hier mehrmals Kostproben seines musikalischen Talents. Später lehrte Albert Einstein in dem einstigen Jesuiten-Kloster.
Bis heute ist das Clementinum ein bedeutendes Zentrum für Kultur und Bildung. Seit mehr als 200 Jahren befindet sich darin die tschechische Nationalbibliothek, die einen wahren Wissensschatz beherbergt. Denn zu den 27.000 Drucken, die hier lagern, gehören Schriften bedeutender Denker aus aller Welt.
Zwar beeindruckt die historische Schriftsammlung die Besucher allein aufgrund ihrer Fülle. Eindrücklicher ist für viele jedoch die Atmosphäre, die im Clementinum herrscht. Insbesondere in der Barockbibliothek erwartet sie ein beschauliches Ambiente, in dem der Geist der Vergangenheit greifbar scheint.
Die wichtigsten Stationen im Clementinum
Wer das Clementinum besucht, plant mindestens eine Stunde Zeit ein.
Die Barockbibliothek
Besucher des Clementinums flanieren bei einer Führung zuerst an den langen Bücherregalreihen in der Bibliothek entlang. Zu den Höhepunkten gehören hier:
- mehrere historische Riesengloben
- detailreiche Wandfresken
- elegante Holzornamente an den Regalen
Zudem bemerken Urlauber in den Regalen das ein oder andere Buch mit geweißtem Rücken. Diese Bücher stammen noch aus der Zeit der Jesuiten.
Danach geht es in den Meridiansaal.
Der Meridiansaal
Der Meridiansaal befindet sich im zweiten Stock des Astronomischen Turms. Das 68 Meter hohe Bauwerk gehört neben der Barockbibliothek und der darunterliegenden Spiegelkapelle zum Clementinum.
Bei einem Rundgang durch den Meridiansaal staunen die Besucher über historische Instrumente. Diese dienten einst dazu, den „wahren Mittag“ zu bestimmen.
Neben astronomischen Messungen erhoben die Jesuiten im Clementinum seit 1775 auch meteorologische Daten. Das macht Prag zum Ort der längsten ununterbrochenen Reihe meteorologischer Beobachtungen in Europa.
Der Aussichtsbalkon im Astronomischen Turm
Die nächste Station ist die Spitze des Astronomischen Turms. Um den Aussichtsbalkon in 52 Meter Höhe zu erreichen, steigen die Besucher insgesamt 172 Stufen hinauf. Ihre Mühe wird mit einem Panoramablick über Prags Zentrum bis zur Prager Burg belohnt.
Tipp: Vom Aussichtsbalkon lohnt sich auch ein Blick auf die Turmspitze hinauf. Auf dieser thront die Bleistatue des Riesen Atlas, der die Weltkugel auf seinen Schultern trägt.
Die Spiegelkapelle
Die Spiegelkapelle ist Teil der Clementinum-Führung, sofern darin keine Konzerte stattfinden. Ihr Höhepunkt: zwei Orgeln aus dem 18. Jahrhundert.
Den Besuch im Clementinum planen
Das Clementinum öffnet das ganze Jahr über. Täglich können Besucher ab 9.00 Uhr zu einer Besichtigung durch das Barockgebäude aufbrechen. Von April bis September schließt der Besuchermagnet 20.00 Uhr seine Pforten – im restlichen Jahr bereits eine Stunde früher.
Der Eintritt ins Clementinum kostet regulär 380 Tschechische Kronen. Umgerechnet entspricht das rund 15 Euro.









